Thursday, July 27, 2006

Wow... immer noch vergeht die Zeit unerträglich schnell ohne das ich genug davon wahrnehme. Wenigstens ändern sich die Dinge, wenn auch im Nachhinein kaum noch nachvollziehbar, weil es einfach, wie gesagt, viel zu schnell geht.

Jetzt ist schon Sommer und mein Leben hat sich total verändert. Mal wieder. Zum Glück. Und ich genieße diesen Sommer aus unerfindlichen Gründen, denn es ist nichts annähernd besonderes an diesem Sommer, nichts spannendes, nichts aufregendes. Gar nichts. Aber er macht Spaß. Ich glaube, das liegt daran, dass die Sonne scheint und das ich selten so glücklich mit mir selbst war. Beruhigend. Ich hatte immer Angst davor, dass ich mit dem älter werden nur meine Illusionen verlieren und irgendwann verbittern würde. Realismus ist ja auf die Dauer wirklich nichts gesundes. Aber irgendwie kam alles anders. Zwar bin ich realistischer, aber wider meiner Erwartungen kann ich trotzdem noch Spaß am Leben haben...

Es ist spät. Und ich denke ich werde einen kleinen Spaziergang durch die warme Nacht zum Zigarettenautomaten machen. Denn zu dieser Tageszeit ist die Temperatur endlich perfekt. Und die Leute auf den Straßen sind lustig und betrunken und unbeschwert. Man sollte die Nacht zum Tag machen. Sie hätte es verdient...

Tuesday, January 31, 2006

Der erste Schritt

So, liebe Freunde und KollegInnen,

es ist soweit. Das erste Semester hätten wir somit überlebt, wer hätte das gedacht. Wir sind klüger, selbstständiger, verantwortungsbewusster und was das Leben betrifft ein wenig weiser. Wir haben gelernt, was kluge Menschen vor uns für kluge Gedanken gehabt haben und versucht sie zu internalisieren. Wir haben gelernt, dass wir trotzdem im Vergleich zu einigen unsere Professoren (die ich hier namentlich nicht nennen möchte, denn da es erst das erste Semester war, ist es wohl wahrscheinlich, dass sie meinen Weg wieder kreuzen werden) dumm und nichtig sind, während sie die Weisheit... wie sagt man umgangssprachlich so schön "mit Löffeln gefressen" haben. Wir haben gelernt, dass für die Uni zu lernen nicht wirklich anders ist als für die Schule zu lernen. Wir haben gelernt, dass man von einem jungen Menschen der maturiert hat nicht unbedingt erwarten kann, dass er weiß was ein Entwicklungsland ist und wir haben gelernt, dass Kreativität auch bei Uniprüfung eine unverzichtbare Voraussetzung ist.
Nach all diesen aufregenden, neuen und elementaren Lektionen fürs Leben haben wir uns die erste Auszeit redlich verdient.
Ich gratuliere allen bekannten und unbekannten "Exemplaren" die diesen Weg mit und neben mir gegangen sind, wünsche schöne, erholsame Ferien und möchte letztlich noch hinzufügen:

"Jeder Weg, zu egal welchem Ziel und egal wie lang, beginnt mit dem ersten Schritt."

Monday, January 30, 2006

Konsum, Konsum...

Puuuuuh... Erleichterung, Erlösung... es ist immer so schön, wenn der Schmerz nachlässt... two done, one to go...
Ich habe mich grade erst mal mit ein wenig Winterschlussverkaufsshopping und Essen bei "Mäckie" belohnt. Das nennt man positive Konditionierung. Am positivsten wäre natürlich, dafür würde jemand anderes aufkommen, um die Negativierung meines Kontos zu verhindern...
Traurig aber wahr: Konsum macht glücklich! Das lernen wir daraus. Sonst nichts. Vor allem: alles gelernet, wofür ich mich jetzt so großzügig belohnt habe, habe ich sozusagen auch mit dem Verlassen des Prüfungsraumes schon wieder vergessen... Sinn der Sache? Braucht man einen?

Sunday, January 29, 2006

Just learning and no fun make JollyJoker go nuts!

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Friday, January 27, 2006

Das Leben ist schön...

Ich hab gute Laune... oh ja. Meine Laune ist außerordentlich gut, heute morgen, aus unerfindliche Gründen, aber dann ist es ja meißtens am angenehmsten. Nur der Winter, der stört mich nach wie vor. Allerdings, soweit ich die 2x2m Himmel die ich von meiner Wohnung aus sehe beurteilen kann, scheint die Sonne, und, seinen wir ehrlich, das ist ein Anfang...

Wednesday, January 25, 2006

This is where my sanity gives in...

Seit Stunden tu ich jetzt nichts anderes als lesen. Pflichtliteratur. Spaß ist was anderes. Ich weiß ja, das muss sein und eventuell bin ich nachher schlauer als vorher, aber im Moment merke ich davon noch nichts außer einem intensiver werdenden dumpfen Schmerz in meinen vorderen Hirnarealen... Ich persönlich glaube ja nicht, dass das gesund ist.
Vor allem bezweifel ich die momentane Effizienz meines "Lernens". Eigentlich fliegen meine Augen irgendwie über die Buchstaben und ab und zu fällt mir ein Wort auf, dass ich nicht kenne, also markiere ich es, und manchmal sehe ich etwas, und denke es könnte relevant sein, also markiere ich es, und des öfteren sehe ich Namen von Anthropologen oder anderen Klugen Geisteswissenschaftlern die unglaublich kluge Sachen gesagt haben und die Namen markiere ich dann, damit ich sie wiederfinde, wenn ich mal danach such. Auf meinen Händen habe ich mittlerweile diverese Bunte Flecken. Grüner Marker, gelber Marker, rosa Marker... die Zeugen meines ehrlichen wenn wohl auch teilweise halbherzigen Versuchs, Wissen in meinen Kopf zu hämmern.
Und so sitze ich hier und leide unter der Tatsache, dass ich lesen muss (obwohl es wohl weit schlimmere Dinge gibt, unter denen man leiden kann) und leide, dass ich dumm bin (obwohl es Leute gibt, die nicht halb so klug sind) und leide darunter das ich leide. Aber am schlimmsten daran ist: niemandem auf dieser Welt, keinem meiner 6,519 Milliarden Mitmenschen macht das was aus.
Was soll man machen... ich glaub, ich geh mal wieder lesen...

Friday, January 13, 2006

Essay #2

Boas und Nachfolger

Charakterisiere den Ansatz der durch Boas inspirierten, nordamerikanischen Anthropologie der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Wodurch zeichnet sich eine relativistische Haltung in der anthropologischen Forschung aus und wie versuchten die NachfolgerInnen dieser Richtung diesen Ansatz weiterzuentwickeln?



1. Einleitung
2. Franz Boas
2.1 Seine Lehren
2.1.1 „Four- Field- Structure“
2.1.2 Kulturrelativismus
3. Die erste Schülergeneration
3.1 Edward Sapir
4. Die zweite Schülergeneration
4.1 Ruth Benedict
5. Die dritte Schülergeneration
6. Schlusswort



1. Um die Strömung des Kulturrelativismus verständlich zu machen wird im Folgenden als erstes die Figur von Franz Boas vorgestellt, der diesen Begriff wissenschaftlich prägte. Von dort ausgehend soll dann auf die Theorie an sich, sowie ihre Weiterentwicklung durch die von Boas ausgebildeten Schülergenerationen eingegangen werden.

2. Franz Boas:
Franz Boas wurde 1858 in Minen im deutschen Westfahlen in eine jüdisch- deutsche Familie geboren. Schon in seiner Jugend zeichnete sich ein ausgeprägtes Interesse an anderen Völkern und Kulturen ab, er entschied sich jedoch vorerst für ein Studium der Mathematik, Geographie und Physik, welches er in Bonn, Kiel und Heidelberg absolvierte. Diese Studien der „harten“ Wissenschaften bewegten ihn in seinen Forschungen dazu, nach Präzision, exakten Methoden und Objektivität zu trachten und machten ihn zu einem vehementen Kritiker der „Armchair Anthropology“.
Mit 24 zog er nach Berlin, er hatte Pläne gefasst an einer Forschungsexpedition in das nördliche Polargebiet teilzunehmen und gedachte sich dort intensiver darauf vorzubereiten. Er machte die Bekanntschaft von Adolph Bastian und Rudolf Virchov und wurde Mitglied der „Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte", sowie der ,,Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin“. Des Weiteren nahm er eine journalistische Tätigkeit bei einem Berliner Tageblatt auf. [1]
Die geplante Feldforschung wurde 1883-84 in die Tat umgesetzt, er verbrachte diese Zeit bei dem Volk der Inuit in Kanada. Oftmals wird gesagt, dass erst diese Forschungsreise und die daraus resultierende Veröffentlichung seines Werkes „The Central Eskimo“ im Jahre 1888 ihn zum Ethnologen gemacht hätten. [2]
Er kehrt vorerst nach Deutschland zurück, arbeitet dort unter Adolph Bastian am „Königlichen Ethnologischen Museum“ in Berlin, emigriert jedoch nach einer weiteren Feldforschung an der Nordwestküste Amerikas aus diversen Gründen (wie Unzufriedenheit mit der politischen Situation) in die USA, wo er der Begründer der dortigen Anthropologie werden sollte. Zwar gab es in Amerika bereits vor seiner Zeit ethnographische Studien, (z.B. von Lewis Henry Morgan, welcher sich ausgiebig mit unterschiedlichen Stämmen der Ureinwohner Amerikas auseinandergesetzt hatte, oder John Wesley Powell, der sich intensiv mit indianischer Sprache beschäftigte) jedoch berücksichtigte Boas diese so gut wie gar nicht und löschte sie somit fast gänzlich aus dem anthropologischen Gedächtnis.
Eine Schlüsselfigur der Institutionalisierung der Anthropologie in amerikanischen Museen war Frederick Ward Putnam, welcher Boas Mentor wurde und die ersten akademischen anthropologischen Departements an amerikanischen Universitäten initiiert hatte (so z.B. in Harvard, an der Columbia Universität, in Berkeley und Chicago). Anfangs hatte Boas es Putnam zu verdanken, dass er unter anderem eine Anstellung am „American Museum of Natural History“ bekam. Später folgten unterschiedliche editorische und kuratorische Posten.
Im Jahre 1899 wurde Professor an der Columbia Universität, wo er drei Generationen von Schülern unterrichtete und diverse Werke veröffentlichte. Er starb im Alter von 84 in New York.


2.1 Seine Lehren:
Die wohl nachhaltigsten Konstrukte, welche Franz Boas in die Anthropologie einbrachte sind wohl die von ihm entwickelte „Four- Field- Structure“ und die Theorie des Kulturrelativismus.

2.1.1. Die „Four- Field- Structure“ ist eine Leitstruktur, oder vielmehr eine Methode der Herangehensweise an die Forschung. Sie besagt, dass man bei einer Untersuchung sein Augenmerk auf die Sozial- und Kulturanthropologie, die Linguistik, die Archäologie und die physische Anthropologie einer Gesellschaft richten sollte um ein umfassende Studie zu ermöglichen. Sie resultiert jedoch bereits aus seiner kulturrelativistischen Haltung.

2.1.2 Die Idee des kulturellen Relativismus ist nicht mit Boas das erste mal auf der Bildfläche erschienen sondern fand ihre Ansätze in den Aussagen des deutschen Philosophen Immanuel Kant. [3] Seine These war, dass der Mensch seine Welt nicht automatisch kennt und kategorisiert, sondern vielmehr all unsere Erfahrungen durch den menschlichen Geist eine Struktur der Wahrnehmung von Raum und Zeit ermöglichen. Der Boas zugeschriebene Begriff des Kulturrelativismus, welchen er zwar selber nie verwendete und der erst nach seinem Tod populär wurde[4], besagt, dass man eine Kultur jeweils nur aus den kulturinternen Strukturen heraus erklären könne, also kulturspezifische Verhalten- und Umgangsformen nur aus emischer Sichtweise, demzufolge im Kontext der eigenen Sozial- Werte- Kulturkonstrukte verstanden, untersucht und bewertet werden können. Da jedes Individuum auf die Kultur in welcher es aufgewachsen ist geprägt wurde, also ethnozentriert ist, ist die Forschung und Untersuchung anderer Kulturen auf unvoreingenommener Basis ein (im schwachen kulturrelativistischen Verständnis) heikles, wenn nicht (im harten kulturrelativistischen Verständnis) unmögliches Unterfangen. Um das Hindernis des eigenen Ethnozentrismus zu umgehen benützte man nun in der Forschung die Ethnographie, also das Zusammenleben mit einer Gruppe der zu untersuchenden Kultur für einen gewissen Zeitraum, um sich an die vorherrschenden Werte und Strukturen zu gewöhnen und soweit wie möglich in die Kultur zu integrieren.[5]
Ein Hauptwerkzeug zur Unterstützung der Theorie des Kulturrelativismus war Boas Meinung nach Linguistik, denn obwohl Sprache vornehmlich als Mittel zur Kommunikation fungiert, so ist es doch auch Transportmittel zur Kategorisierung von Erfahrungen. [6] Ein Beispiel ist, dass zwar, auf Grund des begrenzten Farbspektrums, alle Kulturen die gleichen Farben wahrnehmen können, diese jedoch unterschiedlich einordnen. So gibt es Sprachen in denen es kein Äquivalent für das deutsche Wort „grün“ gibt. Zeigt man nun einem nativen Sprecher einen grünen Gegenstand und fragt nach der Farbe, so kann man unterschiedliche Antworten wie „blau“ oder „gelb“ erhalten, obwohl in der subjektiven Wahrnehmung der Unterschied zwischen einem blauen und einem grünen Gegenstand wahrgenommen wird, fehlt die dazugehörige verbale Kategorie. [7] Boas Schüler Herskovits formulierte zusammenfassend den Kulturrelativismus demzufolge so: „Urteile begründen sich auf Erfahrungen und Erfahrungen werden on jedem Individuum im Bezug zu seiner eigenen Kulturierung interpretiert.“ [8]

3. Die erste Schülergeneration:
Die erste Generation der Schüler von Boas wurde vor dem ersten Weltkrieg ausgebildet und hielten sich vorrangig an die von Boas vertretene historische Herangehensweise. Viele unter ihnen waren maßgeblich an der von Boas ambitioniert betriebenen Institutsbildung beteiligt, so gründete Alfred Kroeber das anthropologische Institut an der Berkley Universität wo er später Unterstützung von Robert Lowie, einem weiteren Schüler von Boas, bekam. Frank Spencer tat das gleiche an der Universität von Pennsylvania, Fay- Cooper Cole und Edward Sapir gründeten das Institut der Universität von Chicago, Melvin Herskovits das an der Northwest Universität und Alexander Goldenweise an der New School for Social Research, wo er später Leslie White und Ruth Benedict unterrichtete.
Aus dieser Generation soll vor allem Edward Sapir gesondert hervorgehoben werden.

3.1 Edward Sapir:
Edward Sapir wurde 1884 im damalig deutschen Lauenburg (heute Leborg in Polen) geboren. Er machte seinen Abschluss in Germanistik an der Columbia Universität wo er Franz Boas kennen lernte. 15 Jahre lang arbeitete er am Kanadischen National Museum in Ottawa und unterrichtete später in Chicago und kurzeitig vor seinem Tod 1939 in Yale, wo er der Leiter der anthropologischen Fakultät war. [9]
Seine wohl wichtigste und bekannteste Arbeit wird heute als die Sapir- Whorf- Hypothese bezeichnet. Diese Hypothese, welche er mit seinem Schüler und Kollegen Benjamin Whorf entwickelte besagt, dass die semantischen Strukturen verschiedener Sprachen sich so fundamental von einander unterscheiden, dass ein Vergleich unmöglich ist und dass die Sprache an sich maßgeblich für das sie sprechende Individuum die Art und Weise der Wahrnehmung und Klassifizierung der Welt beeinflusst sowie die Art und Weise sich in ihr zu verhalten. [10] Whorf geht sogar noch einen Schritt weiter, indem er die These aufstellt, dass linguistische Strukturen Konsequenzen für die Wahrnehmung und generell die Kultur an sich haben und somit jede Sprache mit einer spezifischen Weltanschauung assoziiert werden könne. [11]
Von diesem Kontext ausgehend war Sapir davon überzeugt, dass die entwicklungsgeschichtliche Beziehung von Sprache zur Kultur aussagekräftiger über diese sei, als z.B. Konzepte der Diffusion. Darüber war er sich mit seinem Mentor Boas absolut uneins, welcher die genau entgegen gesetzte Meinung vertrat. [12]
Sapir differierte auch bezüglich anderer Themen von den Boasianern, so z.B. in seiner Ansicht der Beziehung von Kultur zum Individuum mit Ruth Benedict, denn während er den Schwerpunkt auf das Individuum legte, lag ihr Fokus auf der Kultur. Diese Dispute entfernten ihn über kurz oder lang immer weiter von den Anthropologen und rückten ihn näher an die Linguisten heran. Er ist nach wie vor eine Schlüsselfigur linguistischer Disziplinen. [13]

4. Die zweite Schülergeneration:
Die zweite Generation seiner Schüler studierte mit Boas in den 1920er Jahren und orientiert sich an der Suche nach Prinzipien der synchronischen kulturellen Integration und individueller Kulturierung. Eine von Psychoanalyse und Gestaltpsychologie beeinflusste psychologisch- integrationelle Strömung kam auf und das Konzept von „Culture- and- Personality“ wurde entwickelt. Anhänger dieser Bewegung waren Ruth Benedict, Margarete Mead, Irving Hallowell, Clyde Kluckhohn und Ralph Linton, welcher später Boas Stelle in Cambridge übernehmen sollte.
Im Folgenden möchte sollen die Arbeiten von Ruth Benedict kurz umrissen werden.

4.1Ruth Fulton Benedict:
Ruth Benedict wurde1887 in New York geboren, machte erst einen Abschluss am Vassar College 1909 und erlangte später den PhD unter Boas an der Columbia Universität. Sie war Vertreterin der „Culture- and- Personality“ Strömung und überzeugte Kulturrelativistin.
Ihr wohl wichtigstes Werk war das 1934 veröffentlichte „Patterns of Culture“ dessen Aussage es ist, dass jede Kultur aus einem großen Fundus potentieller Möglichkeiten ein paar kulturelle Merkmale auswählt, welche dann die vorherrschenden Charakteristika der Menschen darstellen, die in dieser Kultur leben. Damit wollte sie auch den kulturrelativistischen Ansatz des Holismus unterstreichen, also die Annahme, dass eine Kultur nur als funktionelles Ganzes betrachtet werden könne. [14]

5. Die dritte Schülergeneration:
Eine weitere Generation studierte in den 1930er Jahren an der Columbia Universität. Diese Generation versuchte die Ansätze der ersten und zweiten Generation zu kombinieren, wobei die Rückorientierung zu kulturgeschichtlichen Erklärungen mehr im Bezug zu zeitgenössischen Ereignissen endet. So untersuchte man z.B. die Reaktionen der Ureinwohner Amerikas auf äußere Umstände und Veränderungen und betrachtete den größeren Kontextes in welchem native Kulturen eingebettet waren.
Aus dem zeitgenössischen Kontext heraus war diese Generation politisch engagierter als vorhergegangene, wenn auch vielleicht begründet durch die Tatsache, dass die Anthropologie dank der populäre Bücher Benedicts und Meads eine größere Rolle in der Öffentlichkeit spielte. [15]

6. Abschließend bleibt zu sagen, dass heutzutage in der anthropologischen Forschung ein schwacher Kulturrelativismus vorherrschend ist und für die Forschung als unbedingt notwendig betrachtet wird. Die Konzepte, welche Boas in ihren Anfängen formulierte und die von seinen Schülern weiterentwickelt wurden sind und waren nie statisch und es ist somit fragwürdig, ob und was für Veränderungen noch zu erwarten sind.


[1] Referat Tutorium
[2] One discipline, four ways, Sydel Silverman Chapter 1
[3] Wikipedia
[4] Wikipedia
[5] Wikipedia
[6] Wikipedia
[7] Wikipedia
[8] Wikipedia
[9] One discipline, four ways, Sydel Silverman Chapter 1
[10] One discipline, four ways, Sydel Silverman Chapter 1
[11] One discipline, four ways, Sydel Silverman Chapter 1
[12] One discipline, four ways, Sydel Silverman Chapter 1
[13] Wikipedia
[14] One discipline, four ways, Sydel Silverman Chapter 1
[15] One discipline, four ways, Sydel Silverman Chapter 1i